Merkblatt für Meerschweinchenhalter

Was sie vor dem Kauf eines Meerschweinchens wissen sollten!

 

 

Haltung

 

  • Meerschweinchen dürfen nie allein gehalten werden. Auch wenn man sich am Tag zwei Stunden mit dem Tier beschäftigt, kann man den Partner, der 24 Stunden am Tag Gesellschaft leistet nicht ersetzen.
  • Optimal für eine Gruppe sind ein kastrierter Bock mit einem oder mehreren Mädels oder zwei Böckchen. Man kann auch zwei Sauen miteinander halten, wobei es hier schnell zu Streitigkeiten kommen kann.
  • Ein Meerschweinchen sollte nicht als Partner für ein Kaninchen gehalten werden, da die beiden Tiere verschiedene Sprachen sprechen und es dadurch zu Missverständnissen kommen kann.
  • Die Grundfläche eines Stalles für zwei Meeris soll mind. 140 x 60 cm betragen, wobei täglicher Freilauf in Wohnung oder Garten selbstverständlich sein sollte.
  • Den Tieren müssen immer Unterstände oder Häuschen (pro Schweinchen mind. eines) zur Verfügung stehen, damit sie sich bei Bedarf zurückziehen können.

 

 

Bitte niemals…

 

  • …. die Schweine am Nackenfell hochnehmen. Sie haben hier eine dicke Fettwulst und es würde ihnen starke Schmerzen bereiten.
  •  …. Salzlecksteine für die Meerschweinchen aufhängen. Die Tiere nehmen das benötigte Salz über die Nahrung auf. Zu viel Salz kann zu schweren gesundheitlichen Problemen oder sogar bis zum Tod führen.

 

 

 

Pflege

 

  • Einmal wöchentlich sollte das Gewicht der Meerschweinchen geprüft werden. So kann man schnell Rückschlüsse auf evtl. Krankheiten (scharfe Zahnkanten, Blähungen usw.) ziehen, auch wenn man dem Tier äußerlich noch nichts ansieht. Gewichtsabnahme kann auch ein Zeichen für zu viel Stress in der Gruppe sein.
  • Auch sollte das Tier einmal wöchentlich komplett gecheckt werden. D.h., Ohren auf Sauberkeit prüfen, evtl. Krallen schneiden, das Fell und die Haut auf Milben oder andere Schädlinge oder Reizungen untersuchen.
  • Man sollte die Tiere täglich beim Fressen genau beobachten, denn Appetitlosigkeit kann auch ein Anzeichen für Krankheit und Stress sein.
  • Bei unerklärlichem Gewichtsverlust, Verhaltensänderung der Tiere, Hautreizungen oder Haarausfall sollte immer ein Tierarzt aufgesucht werden, um die Ursache zu klären.

 


Verhalten und Eingewöhnung

 

  • Wird ein alteingesessenes Meerschweinchen mit einem Neuling vergesellschaftet, sollte dies nie im Gehege geschehen, sondern auf neutralem Boden.
  • Im neuen Heim kann es bei Bockpaaren oder auch bei Kastrat-Mädel-Pärchen zu wilden Verfolgungen kommen, bei denen der Kastrat das Mädel oder der ranghöhere Bock den Partner des Öfteren am Nackenfell packt und ihn besteigt. Dieses Aufreiten wird wenn sich die Meerschweinchen nach ein paar Tagen eingelebt haben viel weniger werden oder sogar ganz verschwinden.
  • Das Besteigen ist ein Zeichen von Dominanz und völlig normal. Man darf die Partner nur trennen, wenn sie sich zähneklappernd gegenüber stehen, dem Gegenüber immer wieder den Po hin recken und sich angehen.
  • Wenn sich die Tiere in ihrem neuen Heim gut eingelebt haben, kann es vor allem bei jüngeren Tieren immer wieder dazu kommen, dass sie durchs Gehege rennen und zwischendurch immer wieder Bocksprünge machen. Das nennt man „Popcornen“ und ist ein Zeichen von Lebensfreude und Übermut.
  •  Meerschweinchen spalten im Blinddarm Vitamine und Proteine aus der Nahrung auf. Sie geben einen Teil davon mit dem Kot wieder ab. Sie nehmen diesen speziellen Kot direkt am After wieder auf und fressen ihn. Daran dürfen sie nicht gehindert werden!
  •  Für die Eingewöhnung sollte man dem Meerschweinchen einige Zeit lassen. Sie haben in der Wildnis normal ein festes Territorium. Kommen sie also in ein neues zu Hause, sollten die Tiere erst einmal genug Zeit haben ihre neue Umgebung und evtl. einen neuen Partner kennenzulernen.
  • Ich empfehle immer die Tiere vorerst für 2-3 Tage in Ruhe zu lassen. Einfach nur Futter und Wasser in das Gehege geben und sich vielleicht ruhig davor setzen und beobachten. Nach dieser Eingewöhnung kann man die Tiere versuchen mit besonderen Leckerbissen, wie Erbsenflocken o.ä. anzulocken und sie aus der Hand fressen zu lassen. Nach ca. 7 Tagen kann man beginnen die Tiere ein oder mehrmals täglich für kurze Zeit auf den Schoss zu nehmen und zu streicheln, damit die Tiere merken, dass ihnen nichts geschieht. 
  • Meerschweinchen sind anfangs bei neuen Personen sehr scheu, kümmert man sich aber viel und regelmäßig um die neuen Mitbewohner, werden sie meist bald zahm und begrüßen ihren neuen Besitzer mit einem Pfeifkonzert beim Betreten des Raums.
  • Dies sind nur die wichtigsten Sachen. Es empfiehlt sich zusätzlich ein Buch über Meerschweinchen zu lesen oder auf folgenden wirklich empfehlenswerten Internet-Seiten zu stöbern:

www.meerschweinchen-ratgeber.de

www.diebrain.de

  


Fütterung

 

  • Den Tieren muss ständig frisches Wasser und Heu zur Verfügung stehen.
  • Außerdem sollte täglich mindestens eine Fütterung mit frischem Grünfutter auf der Tagesordnung stehen. Alle neuen Futtersorten müssen langsam angefüttert werden, um die Verträglichkeit zu testen.
  • Der Hauptbestandteil des Futters bei Meerschweinchen sollte neben Heu aus Frischfutter bestehen.
  • Obst sollte nur wenig gegeben werden. Der Hauptanteil des Frischfutters sollte aus Gemüse bestehen.
  • Besonders gerne mögen die Tiere natürlich frisches Gras. Dies können die Meeris entweder beim täglichen Freigang zu sich nehmen oder man schneidet es und gibt es ihnen zusätzlich zum anderen Frischfutter. Dabei muss man darauf achten, dass das geschnittene Gras den Tieren sofort gegeben wird, damit es nicht anfängt zu gären und dass kein nasses Gras gefüttert werden darf. Bei empfindlichen Tieren kann dies nämlich zu schweren, schmerzhaften Blähungen führen.
  • Da die Zähne der Meerschweinchen ständig nachwachsen und auf Abrieb angewiesen sind, sollten den Tieren zusätzlich zum Grünfutter noch frische Äste, gerne auch mit Blättern, zur Verfügung stehen.
  • Da Meerschweinchen wie wir Menschen Vitamin C nicht selbst bilden können, muss immer auf eine vitaminreiche Kost geachtet werden.
  • Pellet- oder Körnerfutter ist bei Liebhabertieren in Innenhaltung nicht notwendig, kann sogar zu Verfettung führen. Dieses sog. „Kraftfutter“ sollte nur säugenden oder tragenden Sauen und Jungtieren in Aufzucht gegeben werden, oder bei Außenhaltung über die Wintermonate.

 

 

Gemüse

 

  • Aubergine - nur ganz reife Frucht ohne Grün
  • Blattspinat - selten füttern
  • Broccoli - viel Vitamin C
  • Chinakohl
  • Endiviensalat - viel Vitamine und Mineralstoffe, appetitanregend
  • Fenchel - viel Vitamin C, gut bei Verdauungsbeschwerden
  • Gurke - nicht zu viel, kann zu Durchfall führen
  • Kohlrabi - kann mit Blättern verfüttert werden
  • Kräuter - vor allem Petersilie und Basilikum werden gern gefressen
  • Kürbis - kann komplett verfüttert werden, nicht so viele Kerne, die machen dick - keine Zierkürbisse
  • Mais - Maisblätter und Stengel kann in großen Mengen gegeben werden- Kolben machen dick
  • Mangold - selten füttern
  • Möhren - kann mit Grün verfüttert werden
  • Pastinaken
  • Paprika - nur reife Früchte, ohne Grün, viel Vitamin C
  • Radieschenblätter - die Frucht selbst ist zu scharf
  • Rote Beete - nur geringe Mengen füttern
  • Salate - wegen hohem Nitratgehalt wenig füttern
  • Sellerie - sowohl Stauden- als auch Knollensellerie kann komplett gefüttert werden
  • Sonnenblumen - ganze Pflanze, nicht so viele Kerne, die machen dick
  • Tomate - nur wenig füttern, ohne Grün
  • Zucchini

 

  •  Zwiebelgewächse, Kohlarten in zu großen Mengen, Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Avocado nicht füttern!!

  

 

Obst

  

  • Apfel - kann bei empfindlichen Tieren zu Lippengrind führen
  • Apfelsine - viel Vitamin C
  • Banane - nur selten, kann zu Verstopfung führen
  • Birnen - nur sehr selten, kann zu Durchfall führen
  • Erdbeeren - können mit Blättern verfüttert werden
  • Hagebutten - frisch und getrocknet, viel Vitamin C
  • Kiwi - mit Schale
  • Melone - ganze Frucht, am liebsten werden Wasser- und Honigmelone genommen

  • Weintrauben - nur kernlose
  • Grundsätzlich wenig Obst füttern wegen dem Zuckergehalt in den Früchten!
  • Steinobst und exotische Früchte sind unverträglich!

 

 

Zweige / Blätter

  

  • Apfelbaum - in großen Mengen
  • Birke - nur wenig, keine Blütenstände
  • Birnbaum - nur wenig füttern
  • Haselnuss - in großen Mengen
  • Johanisbeere - in großen Mengen, gern auch mit einigen Früchten
  • Weide - kann in großen Mengen gefüttert werden
  • Die Zweige von Eibe, Thuja, Eiche und von Steinobstbäumen nicht verfüttern,  da sie teilweise giftig sind, oder zu Verdauungsproblemen führen können.